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Der folgende Bericht stellt eine Kurzfassung meiner Erlebnisse
dar, und ist im AIESEC-Braunschweig Jahresbericht 2002 erschienen.
4 Monate Praktikum in Delhi, Indien
Eigentlich wollte ich gar nicht nach Indien. Was wusste ich schließlich
schon über dieses Land? Wenig mehr, als dass dort Kühe
auf den Straßen rumlaufen. Nach einigem Überlegen gefiel
mit die Idee allerdings immer besser. Vielleicht sollte genau dies
der Grund sein Indien kennen zu lernen. Ich entschied mich also
für ein vier-monatiges Praktikum bei einer Marketing und Webdesign
Firma in Delhi.
Ende Februar 2002 bin ich also am Flughafen in Delhi gelandet. Ich
hatte erwartet, dass es anders aussieht als zu Hause, aber niemals
hätte ich mit dem gerechnet, was mich in den nächsten
zwei Stunden erwarten sollte. Die 40 Minuten Taxi-Fahrt vom Flughafen
zum Haus meines ‚Buddy' in Indien wird mir sicherlich noch sehr
lange im Gedächtnis bleiben. Ich sah also das ganze normale
Großstadtchaos in Delhi: Kühe und Hunde auf den Straßen;
ein hupendes Verkehrschaos; Unmengen von Radfahrern, die mit den
seltsamsten Dingen bepackt waren; Menschen, die unter Folien auf
dem Bürgersteig hausten neben Villen reicher Inder. Aber schon
bald sollte ich mich an dieses Gewühl gewöhnt haben …
In Delhi waren permanent zwischen 10 und 20 andere Praktikanten.
Größtenteils aus Europa, aber auch aus Japan, Kanada
und Thailand. Gleich am zweiten Tag bin ich gleich in eine WG mit
5 anderen Praktikanten gezogen. Alle waren total nett und haben
mich erstmal in das Leben in Indien eingeführt. Lebensmittel
gibt es z.B. nur auf dem Markt und an den vielen kleinen Läden.
Größere Supermärkte oder ähnliches gibt es
nicht… egal, was man möchte, in Indien funktioniert es anders.
Dafür gibt es Internet Cafés an jeder Ecke.
Am 1. März war mein erster Arbeitstag. Ich war ein wenig nervös,
bin aber super freundlich von meinen Kollegen aufgenommen worden.
Die Arbeitsweisen in Deutschland und Indien sind sehr verschieden,
aber ich habe viel gelernt und hatte eigentlich immer Spaß
bei der Arbeit, was primär an den Kollegen gelegen hat.
An den Wochenenden habe ich zusammen mit anderen Praktikanten immer
versucht soviel wie möglich vom Land zu sehen. Reisen mit dem
Zug ist sehr billig und dieses Land bietet einen unerschöpflichen
Reichtum an schönen und sehenswerten Reisezielen! Wir waren
jedes zweite Wochenende unterwegs, haben die Wüsten Rajasthans
gesehen, Teile des indischen Himalaja, viele Tempel und haben die
regionalen Unterschiede der indischen Küche ausprobiert.
Es war klasse mit Leuten aus so vielen verschiedenen Ländern
zu tun zu haben. Die Mentalitäten waren oft verschieden, aber
wir hatten immer viel Spaß, bei allem was wir so unternommen
haben. Ich habe Partys beiwohnen dürfen, wie ich sie in Deutschland
noch nicht erlebt habe und wohl auch nicht erleben werde. Den meisten
Spaß hatten wir zu Holi - dem Fest der Farben. Nachdem sich
den ganzen Tag die Leute mit Farben beworfen hatten und gefeiert
hatten, konnte man an den nächsten Tagen immer wieder gelbe,
rote, grüne und pinke Farbkleckse auf Straßen, Autos,
Rollern, Kühen und Hunden entdecken. Holi werde ich sicherlich
nie vergessen!
Nach meinem Praktikum bin ich noch ein wenig intensiver durchs Land
gereist, und habe die Gelegenheit genutzt, einen kleinen Abstecher
nach Nepal zu machen.
Ich werde das knappe halbe Jahr immer in guter Erinnerung behalten.
Es war eine großartige Erfahrung, und ich bin froh mich für
Indien entschieden zu haben.
Christian Rother 25,
Wirtschaftsinformatik 9. Sem.
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