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... Elefanten auf den Strassen!
Hi,
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| ...und das mitten in Delhi! |
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mittlerweile bin ich seit zweieinhalb Wochen hier. Man gewönt
sich doch recht schnell an die neü Umgebung. Selbst das Englisch-sprechen
fällt mir langsam leichter (glücklicherweise). In meiner
Wohnung haben sich in der kurzen Zeit auch schon einige Veränderungen
ergeben. Zum einen lebt seit ca. einer Woche noch ein Tscheche bei
uns, der eigentlich zum 28. Feb nach Hause fliegen wollte, leider
hat er keinen Flug bekommen und hängt hier fest. Das Probmlem
mit den Flügen scheint hier doch häufiger aufzutreten.
Man sagte mir, dass als Konseqünz aus den Ereignissen vom 11.
Sept. letzten Jahres doch einige Flüge gestrichen worden seien.
Nachdem er dann im lokalen Lufthansa-Büro gewesen ist, war
er auch nicht sonderlich begeistert. Man hat ihm angeboten, ihn
für 180 US $ auf der Warteliste ganz nach oben zu setzen. Dieses
Land hat doch so einige Problem mit Korruption. Naja, zumindest
hat er es jetzt wohl doch noch geschafft (nach 48 erfolglosen Stunden
auf dem Flughafen) einen Flug von Bombay Ende März zu bekommen.
Sprich 1000km weit entfernt von Delhi und einen Monat später,
dafür aber ohne Aufpreis. Vorgestern ist noch eine Polin eingezoger,
die hier auch ein Praktikum für ein halbes Jahr machen möchte.
Die gute Frau hatte eigentlich geplant nach Afghanistan zu gehen,
fanden ihre Eltern aber wohl nicht so toll die Idee. Ich kann's
verstehen! Zumindest leben wir hier mittlerweile zu sechst in der
WG. Kochen kann leider keiner so wirklich, die Thai-Mädels,
kommen wohl auch aus eher gut betuchten Verhältnissen. Gestern
fragte mich Nan, wie man denn Tee macht ... zu Hause hat sie wohl
ihre Leute für sowas! Ohne Worte! Daraus folgt logischerweise,
dass wir hier alle nicht sonderlich viel zu essen machen. Morgens
Toast mit Käse und Tomaten, ein wenig Cornflakes und Kaffee
dazu und das wars. Abend gehen wir dann oder wann essen, die Auswahl
ist reichlich, und günstig ist das meiste auch.
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| Buddhistische Stupa in
Sanchi |
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Letztes Wochende bin ich dann wie angekündigt nach Sanchi
gefahren. Wir sind Freitag abend um 22.45 mit dem Zug losgefahren
und waren am nächsten Morgen nach einer weiteren kurzen Busfahrt
dort. Die Züge sind eigentlich besser als erwartet. 2. Klasse
3 Tier Sleeper für ca. 14 Euro auf einer Strecke von ca. 1200km
hin und zurück, denke da kann man sich nicht beschweren. 2.
Klasse heisst gepolstere Sitze, 3 Tier Sleeper heisst man kann die
Rückenlehne der Sitze hochklappen und kann dann in 'drei Ebenen
übereinander schlafen! War gar micht schlecht! Sehr witzig
ist auch, dass man die Türen des Zuges während der Fahrt
öffnen kann und sich ein wenig den Fahrtwind ins Gesicht pusten
lassen kann. Die Landschaft auf dem Weg nach Sanchi war sehr ähnlich
der deutschen, allerdings mit ein paar weniger Farben und ein bisschen
weniger Grünzeug. Was vielleicht doch ein wenig gewöhnungsbederftig
ist, sind die vielen Leute, die ihren Toilettengeschäfte in
der Nähe der Delhi'er Hauptbahnhofes direkt auf den Gleisen
verrichten. In den Bahnhofshallen liegen nachts eine Menge Menschen
rum, bei einigen bin ich mir nicht sicher, ob die nicht vielleicht
doch schon tot sind, zumal ich letzte Woche im Zentrum von Delhi
jemanden auf der Strasse habe liegen sehen, der mit sehr grosser
Wahrscheinlichkeit tot war (Schuhe gestohlen, lag mitten am Tag
komplett mit einer Decke bedeckt auf einem Bürgersteig). Gut,
nun aber zu Sanchi. Wir sind mit acht Leuten dort hin gefahren.
Fünf Mädels, ein Deutscher, ein Japaner und ich. War nicht
so einfach eine Unterkunft zu finden, da einige doch zu schäbig
waren (naja ein euro die nacht, was will man erwarten), andere dann
doch ein wenig teür. Wir haben uns für die Exklusiv-Zimmer
entschieden (4 Euro die nacht), dafür waren die Zimmer auch
echt gut. Der Ort ist leider ein ziemliches Kaff gewesen, naja und
diese buddhistischen Tempel (Stupa genannt, im Prinzip einfach nur
ein nett verziertes grosses Steinrundell) waren auch nicht so spektakulär.
Dafür hatte man von dem Berg, auf dem die Tempel standen einen
wunderschönen Blick über die Landschaft. Da wir dort den
ganzen Tag in der Sonne waren (ca. 35 Grad), habe ich mir dann auch
gleich meinen ersten kleinen Sonnenbrand geholt. War aber nicht
wild, die Mädels hatten mehr mit der Sonne zu kämpfen!
(um ehrlich zu sein, waren die Niederländerin und die Irin
leichenblass, bevor wir losgefahren sind, obwohl die schon eine
weile hier sind.) Der andere Deutsche, auch Christian, wie sollte
er auch anders heissen :-), hat sich seine vollkommen auseinanderfallenden
Schuhe in Sanchi nähen lassen. Sahen besser aus als vorher,
wurden geputzt und polier alles für 50 cent. Arbeit ist in
diesem Land wirklich preiswert. Am nächten Tag ging es dann
weiter per Bus. Meine erste Fahrt einem dieser unglaublich überfüllten
Busse. Zumindest haben wir dann das Gepäck auf dem Dach verstaut,
wo ich viel lieber auch mitgefahren währe, durfte aber nicht
*schmoll* und uns in den Bus gestopft. Einige der Einheimischen
hingen quasi die ganze Fahrt ausserhalb des Busses vor der Tür!
Unglaublich, wie viele Leute die in so einen Bus stopfen und da
wir natürlich wie immer die einziger Weissen hier sind, und
dann auch noch im Rudel von acht Leuten auftauchen zogen wir doch
sehr viele Blicke auf uns. Auf dem Weg in den nächten Ort haben
wir Ochsenkarren mit vier oder fünf Leuten darauf überholt,
Trekker mit Anhänger (da passen dann schon 20-25 Leute drauf)
und diverse Spassmotoradfahrer. Gruss an Herrn Meyer, habe auch
die besagte Diesel-Enfield schon gesehen. Stinkt aber fürchterlich
und ist recht laut ... aber ich bin einfach kein Motorrad-Fan:-)
Gegen Mittag sind wir dann in diesem wenigstens etwas grössen
Ort angekommen, Raisen. Umringt von einer Schar Kinden stellten
wir natürlich auch dort eine wandelnde Attraktion dar. Allerdings
muss ich sagen, dass es vollkommen anders ist als in Delhi. Dort
sind Weisse wandelnde Dollar-Scheine (zumindest habe ich manchmal
den Eindruck). Auf dem Dorf sind die Leute einfach neugierig. Versuchen
einem zu helfen und sind einfach freundlich! Auch wenn man dafür
nicht viel von ihnen versteht! In Raisen haben wir uns eine alte
Festung angesehen. Eine halbe Stunde in der Mittagssonne den Berg
hinauf, hat sich aber gelohnt. War riesig, unglaublich, was die
hier früher für Dinge in die Landschaft gebaut haben!
Am Nachmittag sind wir dann nochmal in einem ähnlich überfüllten
Bus nach Bhopal gefahren, haben nett indisch gegessen und sind dann
nach Delhi zurückgefahren. Unglülicherweise kamen wir
erst um 8.00 Uhr dort an. Daher ging es also gleich nach dem Duschen
weiter. Am Wochenende hat man mir mittgeteilt, dass es vielleihct
doch eine gute Idee sei, sich registrien zu lassen bei der indische
Regierung. Ist zwar erst am einem Aufenthalt von länger als
einem halben Jahr pflicht, hat aber den Vorteil, dass man eine Art
pass bekommt, mit dem man diverse Sehenswürdigkeiten zu den
indischen Preisen besichtigen kann. Das Taj Mahal kostet beispielweise
ca 35 Euro für Ausländer und einen Euro für Inder.
Ist also schon ein gewisser Unterschied! Naja zumindest habe ich
nachdem ich die entsprechende Behörde gefunden habe fast fünf
Stunden dort rumgesessen, bis ich das Dingen in der Hand hatte.
Hätte ich das gewusst... ausserdem muss ich jetzt noch einen
Schrieb von der Firma haben und einen AIDS-Test. Super! Danach bin
ich dann zur Arbeit gefahren und zu allesm Überfluss noch zu
einer Reception eingeladen worden. Diese findet den Tag nach einer
Hochzeit statt. Das Brautpaar gibt dann nochmal einen Empfang. Also
schon wieder viele Leute, nette Buffet und Bacardi-Cola. Die Leute
geben hier wirklich ein Vermögen aus für diese Partys.
Am nächsten Tag bin ich dann leider mehr oder weniger krank
aufgewacht. Da ich mir natürlich nicht die Blösse geben
wollte, dass das vom Alkohol kommen könnte (war auch nicht
der Fall, aber das wissen die in der Firma ja vielleicht nicht)
bin ich also trotzdem zur Arbeit gefahren. Habe eine Stunde am Rechner
gesessen und 2,5h im Konferenzraum geschlafen, bin aufgewacht, habe
mich übergeben und bin nach Hause gefahren .... super! Mittwoch
habe ich auch mehr oder weniger im Bett verbracht, und gestern war
ich wieder arbeiten. Bin auch wieder fit. Ist wohl sehr normal,
wahrscheinlich war ich einfach dran mit kranksein. Hatten alle Trainees
bisher! Ach ja, und ich habe zum ersten Mal meine Wäsche mit
der Hand gewaschen ... naja zumindest ein paar Dinge. Das meiste
bringe ich in eine Wäscherei, wo alles für 12cent gewaschen
und gebügelt wird. Mit gusseisernen Kohle-Bügeleisen ...
die verstehen keine Wort, von dem was ich sage, lächeln aber
immer nett! Beruht aber irgendwie auf Gegenseitigkeit
;-)
Noch ein paar Fakten: ich habe hier 4,5 Stunden Zeitverschiebung,
sprich 10Uhr Hannover entspricht 14.30 Delhi. Temperatur ist tagsüber
wohl bei ca 33 Grad, nachte kurzeHose-TShirt-Sandalen warm. Mittlerweile
habe ich die ersten Elefanten im Delhi'er Strassenverkehr entdeckt,
Auf den Strassen laufen mahr Hunde rum, als bei uns Menschen, Hemden
trage ich mittlerweile nur noch ohne Krawatte, und ich habe den
ersten Rikshafahrer Streik hinter mir ....
das solls zunächst gewesen sein,
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und bis bald,
Christian:-)
ps Noch ein paar Details für die technisch interessierten: Computer,
Handys, DigiCam und ähnliches ist eher teurer als bei uns. Lohnt
also nicht mir Wunschzettel zukommen zu lassen ... sehr schade!
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