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Freitag 15. März 2002

... Elefanten auf den Strassen!

Hi,

...und das mitten in Delhi!
 

mittlerweile bin ich seit zweieinhalb Wochen hier. Man gewönt sich doch recht schnell an die neü Umgebung. Selbst das Englisch-sprechen fällt mir langsam leichter (glücklicherweise). In meiner Wohnung haben sich in der kurzen Zeit auch schon einige Veränderungen ergeben. Zum einen lebt seit ca. einer Woche noch ein Tscheche bei uns, der eigentlich zum 28. Feb nach Hause fliegen wollte, leider hat er keinen Flug bekommen und hängt hier fest. Das Probmlem mit den Flügen scheint hier doch häufiger aufzutreten. Man sagte mir, dass als Konseqünz aus den Ereignissen vom 11. Sept. letzten Jahres doch einige Flüge gestrichen worden seien. Nachdem er dann im lokalen Lufthansa-Büro gewesen ist, war er auch nicht sonderlich begeistert. Man hat ihm angeboten, ihn für 180 US $ auf der Warteliste ganz nach oben zu setzen. Dieses Land hat doch so einige Problem mit Korruption. Naja, zumindest hat er es jetzt wohl doch noch geschafft (nach 48 erfolglosen Stunden auf dem Flughafen) einen Flug von Bombay Ende März zu bekommen. Sprich 1000km weit entfernt von Delhi und einen Monat später, dafür aber ohne Aufpreis. Vorgestern ist noch eine Polin eingezoger, die hier auch ein Praktikum für ein halbes Jahr machen möchte. Die gute Frau hatte eigentlich geplant nach Afghanistan zu gehen, fanden ihre Eltern aber wohl nicht so toll die Idee. Ich kann's verstehen! Zumindest leben wir hier mittlerweile zu sechst in der WG. Kochen kann leider keiner so wirklich, die Thai-Mädels, kommen wohl auch aus eher gut betuchten Verhältnissen. Gestern fragte mich Nan, wie man denn Tee macht ... zu Hause hat sie wohl ihre Leute für sowas! Ohne Worte! Daraus folgt logischerweise, dass wir hier alle nicht sonderlich viel zu essen machen. Morgens Toast mit Käse und Tomaten, ein wenig Cornflakes und Kaffee dazu und das wars. Abend gehen wir dann oder wann essen, die Auswahl ist reichlich, und günstig ist das meiste auch.

Buddhistische Stupa in Sanchi
 

Letztes Wochende bin ich dann wie angekündigt nach Sanchi gefahren. Wir sind Freitag abend um 22.45 mit dem Zug losgefahren und waren am nächsten Morgen nach einer weiteren kurzen Busfahrt dort. Die Züge sind eigentlich besser als erwartet. 2. Klasse 3 Tier Sleeper für ca. 14 Euro auf einer Strecke von ca. 1200km hin und zurück, denke da kann man sich nicht beschweren. 2. Klasse heisst gepolstere Sitze, 3 Tier Sleeper heisst man kann die Rückenlehne der Sitze hochklappen und kann dann in 'drei Ebenen übereinander schlafen! War gar micht schlecht! Sehr witzig ist auch, dass man die Türen des Zuges während der Fahrt öffnen kann und sich ein wenig den Fahrtwind ins Gesicht pusten lassen kann. Die Landschaft auf dem Weg nach Sanchi war sehr ähnlich der deutschen, allerdings mit ein paar weniger Farben und ein bisschen weniger Grünzeug. Was vielleicht doch ein wenig gewöhnungsbederftig ist, sind die vielen Leute, die ihren Toilettengeschäfte in der Nähe der Delhi'er Hauptbahnhofes direkt auf den Gleisen verrichten. In den Bahnhofshallen liegen nachts eine Menge Menschen rum, bei einigen bin ich mir nicht sicher, ob die nicht vielleicht doch schon tot sind, zumal ich letzte Woche im Zentrum von Delhi jemanden auf der Strasse habe liegen sehen, der mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit tot war (Schuhe gestohlen, lag mitten am Tag komplett mit einer Decke bedeckt auf einem Bürgersteig). Gut, nun aber zu Sanchi. Wir sind mit acht Leuten dort hin gefahren. Fünf Mädels, ein Deutscher, ein Japaner und ich. War nicht so einfach eine Unterkunft zu finden, da einige doch zu schäbig waren (naja ein euro die nacht, was will man erwarten), andere dann doch ein wenig teür. Wir haben uns für die Exklusiv-Zimmer entschieden (4 Euro die nacht), dafür waren die Zimmer auch echt gut. Der Ort ist leider ein ziemliches Kaff gewesen, naja und diese buddhistischen Tempel (Stupa genannt, im Prinzip einfach nur ein nett verziertes grosses Steinrundell) waren auch nicht so spektakulär. Dafür hatte man von dem Berg, auf dem die Tempel standen einen wunderschönen Blick über die Landschaft. Da wir dort den ganzen Tag in der Sonne waren (ca. 35 Grad), habe ich mir dann auch gleich meinen ersten kleinen Sonnenbrand geholt. War aber nicht wild, die Mädels hatten mehr mit der Sonne zu kämpfen! (um ehrlich zu sein, waren die Niederländerin und die Irin leichenblass, bevor wir losgefahren sind, obwohl die schon eine weile hier sind.) Der andere Deutsche, auch Christian, wie sollte er auch anders heissen :-), hat sich seine vollkommen auseinanderfallenden Schuhe in Sanchi nähen lassen. Sahen besser aus als vorher, wurden geputzt und polier alles für 50 cent. Arbeit ist in diesem Land wirklich preiswert. Am nächten Tag ging es dann weiter per Bus. Meine erste Fahrt einem dieser unglaublich überfüllten Busse. Zumindest haben wir dann das Gepäck auf dem Dach verstaut, wo ich viel lieber auch mitgefahren währe, durfte aber nicht *schmoll* und uns in den Bus gestopft. Einige der Einheimischen hingen quasi die ganze Fahrt ausserhalb des Busses vor der Tür! Unglaublich, wie viele Leute die in so einen Bus stopfen und da wir natürlich wie immer die einziger Weissen hier sind, und dann auch noch im Rudel von acht Leuten auftauchen zogen wir doch sehr viele Blicke auf uns. Auf dem Weg in den nächten Ort haben wir Ochsenkarren mit vier oder fünf Leuten darauf überholt, Trekker mit Anhänger (da passen dann schon 20-25 Leute drauf) und diverse Spassmotoradfahrer. Gruss an Herrn Meyer, habe auch die besagte Diesel-Enfield schon gesehen. Stinkt aber fürchterlich und ist recht laut ... aber ich bin einfach kein Motorrad-Fan:-) Gegen Mittag sind wir dann in diesem wenigstens etwas grössen Ort angekommen, Raisen. Umringt von einer Schar Kinden stellten wir natürlich auch dort eine wandelnde Attraktion dar. Allerdings muss ich sagen, dass es vollkommen anders ist als in Delhi. Dort sind Weisse wandelnde Dollar-Scheine (zumindest habe ich manchmal den Eindruck). Auf dem Dorf sind die Leute einfach neugierig. Versuchen einem zu helfen und sind einfach freundlich! Auch wenn man dafür nicht viel von ihnen versteht! In Raisen haben wir uns eine alte Festung angesehen. Eine halbe Stunde in der Mittagssonne den Berg hinauf, hat sich aber gelohnt. War riesig, unglaublich, was die hier früher für Dinge in die Landschaft gebaut haben! Am Nachmittag sind wir dann nochmal in einem ähnlich überfüllten Bus nach Bhopal gefahren, haben nett indisch gegessen und sind dann nach Delhi zurückgefahren. Unglülicherweise kamen wir erst um 8.00 Uhr dort an. Daher ging es also gleich nach dem Duschen weiter. Am Wochenende hat man mir mittgeteilt, dass es vielleihct doch eine gute Idee sei, sich registrien zu lassen bei der indische Regierung. Ist zwar erst am einem Aufenthalt von länger als einem halben Jahr pflicht, hat aber den Vorteil, dass man eine Art pass bekommt, mit dem man diverse Sehenswürdigkeiten zu den indischen Preisen besichtigen kann. Das Taj Mahal kostet beispielweise ca 35 Euro für Ausländer und einen Euro für Inder. Ist also schon ein gewisser Unterschied! Naja zumindest habe ich nachdem ich die entsprechende Behörde gefunden habe fast fünf Stunden dort rumgesessen, bis ich das Dingen in der Hand hatte. Hätte ich das gewusst... ausserdem muss ich jetzt noch einen Schrieb von der Firma haben und einen AIDS-Test. Super! Danach bin ich dann zur Arbeit gefahren und zu allesm Überfluss noch zu einer Reception eingeladen worden. Diese findet den Tag nach einer Hochzeit statt. Das Brautpaar gibt dann nochmal einen Empfang. Also schon wieder viele Leute, nette Buffet und Bacardi-Cola. Die Leute geben hier wirklich ein Vermögen aus für diese Partys. Am nächsten Tag bin ich dann leider mehr oder weniger krank aufgewacht. Da ich mir natürlich nicht die Blösse geben wollte, dass das vom Alkohol kommen könnte (war auch nicht der Fall, aber das wissen die in der Firma ja vielleicht nicht) bin ich also trotzdem zur Arbeit gefahren. Habe eine Stunde am Rechner gesessen und 2,5h im Konferenzraum geschlafen, bin aufgewacht, habe mich übergeben und bin nach Hause gefahren .... super! Mittwoch habe ich auch mehr oder weniger im Bett verbracht, und gestern war ich wieder arbeiten. Bin auch wieder fit. Ist wohl sehr normal, wahrscheinlich war ich einfach dran mit kranksein. Hatten alle Trainees bisher! Ach ja, und ich habe zum ersten Mal meine Wäsche mit der Hand gewaschen ... naja zumindest ein paar Dinge. Das meiste bringe ich in eine Wäscherei, wo alles für 12cent gewaschen und gebügelt wird. Mit gusseisernen Kohle-Bügeleisen ... die verstehen keine Wort, von dem was ich sage, lächeln aber immer nett! Beruht aber irgendwie auf Gegenseitigkeit
;-)

Noch ein paar Fakten: ich habe hier 4,5 Stunden Zeitverschiebung, sprich 10Uhr Hannover entspricht 14.30 Delhi. Temperatur ist tagsüber wohl bei ca 33 Grad, nachte kurzeHose-TShirt-Sandalen warm. Mittlerweile habe ich die ersten Elefanten im Delhi'er Strassenverkehr entdeckt, Auf den Strassen laufen mahr Hunde rum, als bei uns Menschen, Hemden trage ich mittlerweile nur noch ohne Krawatte, und ich habe den ersten Rikshafahrer Streik hinter mir ....

das solls zunächst gewesen sein,
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und bis bald,

Christian:-)

ps Noch ein paar Details für die technisch interessierten: Computer, Handys, DigiCam und ähnliches ist eher teurer als bei uns. Lohnt also nicht mir Wunschzettel zukommen zu lassen ... sehr schade!