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IndiengŁnstig FliegenSnowboard
 
Mittwoch 27. März2002

...korruption oder wie geht das ?!?

Hi,
... die Zeit vergeht. Vier Wochen bin ich jetzt in Indien. Mittlerweile habe ich mich hier doch recht gut eingelbt. Die Kühe auf der Strasse sind ebenso normal geworden, wie die permanente Handelei mit den Riksha- Fahrern. Wenn ich eine Speisekarte in die Hand bekomme füllen sich Begriffe wie nan, roti, Dal makhani, Shahi Paneer oder Chai mit Inhalt. Auch wenn ich nicht bei jedem Gericht weiss, in welcher Kombination ich die verschiedenen Beilagen zu mir nehmen sollte, so ist es mittlerweile doch recht normal geworden, mit der rechten Hand mein Essen zu mir zu nehmen (macht nach einer Weile richtig spass, man reisst sich ein Stück Brot (nan oder roti) ab und greift sich damit einfach das essen um es sich in den Mund zu stopfen). Die Gewürze sind grossenteils nicht so schlimm wie erwartet. Es ist lange nicht jedes Gericht scharf und man bekommt im Allgemeinen recht fix mit, dass man mit den grünen Chillis vorsichtig sein sollte :-) In den Restaurants ist es sonderlich grosses Problem internationales Essen zu bekommen, allerdings gibt es wie gesagt keine Supermärkte, was die Vielfalt beim Frühstück doch ein wenig einschränkt. Das vorletzte Wochenende habe ich hier in Delhi verbracht und mir endlich einen Eindruck von der Stadt verschafft. Bin mit einigen anderen Trainees an verschiedenen Stellen in der Stadt gewesen. Neu Delhi ist eine von den Engländern geplante Stadt mit entsprechenden Parks und breiten Strassen, Alt Delhi dagegen ist einfach nur eng, verwinkelt und katastophal überfüllt. Habe hier meinen ersten Fahradriksha Streik gesehen. Dort ging wirklich gar nichts mehr. Die Riksha-Fahrer konnten weder vor noch zurück. Die Gassen sind teilweise gerade eineinhalb Meter breit und teilweise so sehr mit Dingen von Geschäften zugehängt, dass man sich bücken muss, um hindurchzukommen. Der Lärm in Alt-Delhii ist auch recht beachtlich, dann oder wann konnten wir uns nicht unterhalten und gingen ein stück schweigend weiter... überaus amüsiert war ich von den Reisefüher der mir vom ADAC grosszügigerweise umsonst zugesand wurde (90 Seiten mit vielen Bildern ... Indien ist ein grosses Land, dort steht das Taj Mahal, Reisen ist per Zug möglich .... naja viel mehr steht zumindest nicht drin). Zumindest wurde dort von den betörenden Düften in der Stadt berichtet ... naja ich hätte das zumindest anders formuliert. Bin gespannt wie betörend die Düfte werden, wenn wir hier erstmal einen Monat 45 Grad hatten:-) So genug von den negativen Seiten berichtet. Wir haben uns am kommenden Tag doch diverse überaus interessante Sehenswürdigkeiten betrachtet. Ruhig, im grünen, ohne Lärm ... war einfach schön! In einem Bereich der Stadt wurden diverse Tempel neugebaut ... komplett aus weissem Marmor, und das innerhalb der letzten füf Jahre. War echt ein wenig beeidruckt!

In der Woche passiert hier im allgemeinen nicht sonderlich viel. Gestern war ich im Kino (A beautiful mind), dann oder wann gehen wir essen, häufig hänge ich noch mit meinen Mitbewohnern im Wohnzimmer rum. Letzte Woche war ich zweimal bei einem Yoga-Kurs. Hat mir eigentlich gut gefallen, ist leider etwas teür, der gute Mensch möchte ca. 25 Euro im Monat dafür haben! Für die Unwissenden (so wie ich es war bis vor einer Woche): Yoga ist grösstenteils Stretching, mit ein wenig Meditation und bewusstem Atmen!

Pushkar, traumhafter Blick ueber die Stadt
 

Dieses Wochenende bin in Pushkar gewesen. Der Trip verlief ähnlich, wie der vor zwei Wochen. Dummerweise habe ich nur Tickets für die Hinfahrt bekommen. Wir sind also Freitag um 22.50 aufgebrochen und kamen gegen 7.30 in Ajmer an. Nach einem sehr netten Früstuck (Brot, Omlett und Kaffee für
60cent) habe ich mich dann also auf den Weg gemacht um Tickets zu bekommen. Am Bahnhof sagte man mir, es gibt keine mehr für die beiden Züge, die Sonntag abend zurückfuhren. Nur Wartelisten-plätze ... allerdings war ich bei beiden auf nummer 40 oder so ... habe das also mal lieber sein lassen. Danach bin ich zu einem Travel-Agent gegangen. Der gute Mann hat mir erzählt, alles kein Problem. Mit 99.9 % Wahrscheinlichkeit bekomme ich meine Tickets (wie auch immer). Naja, zumindest habe ich ihm die Anzahlung (halber Preis) in die Hand gedrückt und wir sind endlich per Bus nach Pushkar aufgebrochen. Pushkar ist ein kleiner Ort in Rahjastan, liegt am Rande der Wüste und beherbert die grösste Kamel-Messe Indiens im November (keine Ahnung vielleicht auch der Welt, ich meine wer will schon in D ein Kamel kaufen). Da bei den lustigen Indern ja irgendwie immer irgendwas heilig ist, war hier also der See im Ort heilig. Das hiess in diesem Falle, dass es in Pushkar weder Alkohol noch Fleisch gibt. Naja zumindest haben wir uns recht fix ein Zimmer gesucht und beschlossen um 15.00 eine Kamelsafari zu starten und die Nacht in der Wüste zu verbringen. Die verbleibenden drei Stunden haben wir genutzt um uns den Ort ein wenig anzusehen! Sehr wenn ... ein wenig touristisch .. aber das waren wir ja schliesslich auch :-) Um 15.00 sind wir dann wirklich aufgebrochen. Unglaublich wir hoch so ein Vieh ist. Aber eigentlich war sowohl das Reiten als auch das Aufsteigen erheblich leichter und beqümer als erwartet. Wir waren sieben Leute und sechs Leute, die mitgeritten sind ... super, wer hat natürlich alleine auf dem Kamel reiten dürfen ?!? In Pushkar gestartet sind wir an diversen kleinen Baürnhütten vorbeigekommen ... Kinder haben uns zugewunken und uns Blumen gereicht. Wüste war das ganze eigentlich nicht

kein seltenes bild auf den Strassen von Pushkar
 

richtig, aber ich würd da trotzdem nicht leben wollen. Nach drei Stunden sind wir dann an unserem Nachtlagerplatz angekommen. Die Inder habe anfangen für uns essen zu kochen, etwas ungewohnlich für meine Begriffe! Sie haben Kamelmist eingesammelt, angezündet udn Brot darin gebacken. Aber es hat besser geschmeckt als erwartet! Mal abgesehen davon habe ich keine Ahnung warum Kamel-Mist brennt... Die Nacht unter Sternenklarem Himmel war super schön. Durch den Kamelritt und die vorhergehende Nacht im zug haben eigentlich auch alle sofort geschlafen. Am nächsten Morgen war dann doch recht fix klar, dass die drei Stunden Kamel am Vortag doch ihre Spuren hinterlassen haben. Tat doch reichlich weh, sich wieder auf diesem Sattel nierderzulassen! Gegen 10.30 waren wir dann wieder in Pushkar, haben sehr nett gefrühstückt und waren ein wenig shoppen. Danach noch ein wenig den Blick von einem der Hügel genossen, Dinner und dann fix zurück. Mittlerweile war es kurz vor acht und der Zug fuhr um 21.30. Glücklicherweise gibt es in den Land keine Busfahrpläne .. da fahren irgendwie immer gerade Busse dahin wo man hinmöchte. Der Travel-Agent in Ajmer hatte uns dann sogar wirklich die Karten für den Rückweg besorgt. Ich weiss nicht, wie es funktioniert aber so auf dem ganz korrekten Weg kann das doch nicht geschehen sein ....

ach ja, da ich gerade schon wieder ein Flackern im Licht bemerkt habe ... hier ist ein bis dreimal am Tag ein kurzer Stromausfall. Glücklicherweise hängen die Computer alle an Batterien (USV) für diesen Fall. Aber ist schon witzig ... man gewöhnt sich an alles. Ich blicke nicht mal mehr auf, wenn das Büro dunkel wird! Der Rechner läuft ja!

so, ich denke das soll es für heute gewesen sein.

Unter http://www.ticker.dyndns.org/stratopheia/india habe ich ein paar Fotos von den letzten Wochen hinterlegt.

Liebe Grüsse aus Indien,

Christian:-)

ps .. ein paar kommentare zu den Fotos:

130 Sanchi 'City'
130_4 Sanchi: auf dem Weg zu den Tempeln
130_5 Sanchi: Tempelberg
130_15 auf dem Weg zum Fort in Raisen wurden wir von reichlich vielen Kindern umringt. 130_16 Blick vom Fort in Raisen über die Landschaft 130_18 Bhopal 130_19 das ist wohlgemerkt mitten in Delhi, 500m vom Supreme Court! 130_20 meine WG in Delhi 131_0 Zugfahren in Indien 131_1 Sachi 'City' 131_10 eine Stupa in Sanchi 131_14 so sehen hier ziemlich viele Handwerkerbuden aus. 131_15 meine Gastfamilie für die ersten beiden Tage. 131_17 Strasse in der das andere Traineehaus ist ... 131_18,19 Lodi Garden ... Park in Delhi