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Verdammt ... arbeiten muss ich ja auch!!!
Hi,
Da ich darauf hingewiesen wurde, dass ich mich noch gar nicht so
konkret dazu geaussert habe, was ich denn hier so mache, wenn ich
nicht mit Farben durch die Gegend werfe, oder alte Festungen anschaü,
hole ich das jetzt mal nach:
Nehmen mal zum Beispiel den 16. April 2002:
Ich wache auf ... stelle fest, es ist hell ... nach kurzem überlegen
komme ich also zum Schluss, dass es nach sechs sein muss. Irgendwas
fehlt ... ja, die grausamen Töne des Weckers (Handy). Ich schaü
also auf besagtes Gerät: Super! Es ist gerade erst sieben uhr!
Also quäle ich mich noch eine weile im Bett vor mich hin. Die Temperatur
liegt nicht gerade im angenehmen Bereich ... und ich ertaste mal
wieder ein paar Mückenstiche. Es klingelt ... die 'cleening lady'.
Glücklicherweise öffnet Markus die Tür. Ich schaü nochmal auf
die Uhr. Verdammt, erst 7.30 ...also gammele ich weiter vor mich
hin. Nachdem ich nochmal eingedöst bin klingelt um 8.10 das Handy.
Ich bemühe mich, den Ton fix auszustellen, um Caro (meinen Zimmergenossen)
nicht zu wecken ... Nach einigem hadern komme ich um 8.15 aus dem
Bett, hole mir meine Sachen und gehe duschen. Dabei versuche ich
möglichst keinem über den Weg zu laufen, da meine Stimme in recht
grausamer Verfassung ist. Nach der Dusche schmeisse ich mich also
in meinen Office Dress (Lederschuhe, schwarze Hose, Hemd ohne Krawatte).
Fix den Wasserkocher angestellt und in den Kühlschrank geschaut.
Verdammt, der Käse ist alle .... also kurz runter, in den Shop
und Käse gekauft. 3min später sitze ich am Frühstuckstisch. Zumeist
esse ich 4 Toast, 2 Scheiben Käse, gesalzene Butter und eine Tomate.
Dazu Nescafe instant mit Zucker und Milchpulver. Manchmal noch eine
Schale Cornflakes hinterher.
Um 9.10 mache ich mich also auf ins Office.... sprich die treppe
runter, übder die strasse .. nein halt, da kommt schon eine freie
Rikshaw. "G.K. II, M-Block Market ?" Spasigerweise nennt
er mir einen Preis von 90 Rs. Das war so ziemlich der dreisteste
Versuch mich abzuzocken, der mir bisher untergekommen ist ... demzufolge
gehe ich auch nur schmunzelnd weiter. Die nächsten Rikshaw Fahrer
treten mal wieder im Pulk von vier Leuten auf, auch die wollen mich
jedoch nicht für die erhofften 30 Rs in mein Office bringen. Scheine
wenig Glück zu haben, also weiter... schliesslich finde ich einen
Fahrer, der nach kurzem verhandeln bereit ist die 30 Rs zu akzeptieren.
Ok .... auf in den Dschungel. Die Strassen sind wie immer tierisch
überfüllt. Obwohl es erst 9.30 ist haben wir schon ca. 35 Grad.
Glücklicherweise ist die Luft so trocken, dass die Hitze noch kein
grosses Problem darstellt. Die Abgase auf den Strassen sind erheblich
schlimmer.
An der ersten Kreuzung angekommen beginnt das warten. Prinzipiell
ist das nicht so schlimm, allerdings gibt es hier eine Menge sehr
schlimm entstellte Menschen, die an den Strasserändern und Kreuzungen
betteln. Also taucht auch schon der erste auf. Eine Frau mit kind.
Nachdem ich auf ihre Worte nicht reagiere, rüttelt sie an meinem
Bein rum, um mich auf sich aufmerksam zu machen. Noch immer schaü
ich in mein Buch. Nachdem sie eine Weile weiter rüttelt, versuche
ich ihr mit Kopfschütteln und Blicken zu verstehen zu geben, dass
ich ihr kein Geld geben werde. Nach ca. 30s ist sie dann auch verschwunden.
An der nächsten Kreuzung geht das Geschehen erneut los. Diesmal
ein recht junger Mann, mit nur einem Bein ... allerdings bin ich
vorbereitet. Ich gebe ihm also die 5 RS, die ich zuvor aus dem portemonnaie
gesucht habe und er verschwindet dankend zur nächsten Riksha. Gegen
9.45 komme ich im Office an. Begrüsse die Leute (die meisten sind
schon da, obwohl wir erst um 10 anfangen) und checke mails. Eine
halbe Stunde verbringe ich mit mails lesen und schreiben. Danach
an die Arbeit. Am vorherigen Tag habe ich ein Angebot für eine
Firma angefangen, die eine Website für einen Golfplatz in Canada
haben möchte. Ich suche also eine Weile nach Konkurrenz-Seiten
rum, klaü ein paar Ideen und überlege mir ein paar eigene. Naja
bis zum Mittag habe ich dann auch das Angebot fertig.
Zumeist schnorre ich mich bei meinen Kollegen durch, da die alle
sehr gutes essen von zu Hause mitbeommen. Heute habe ich mich jedoch
mit Mitchi, einem japanischen Trainee der in der Nähe arbeitet,
verabredet.
Nachdem wir uns gegen die indische Fastfood Kette entschieden haben,
suchen wir ein Restaurant auf und essen für immerhin fast vier
Euro, was hier durchaus eine Menge Geld ist für ein Mittagessen
(Sprich nächstes mal wird wieder geschnorrt).
Den Nachmittag etwas fixer abgehandelt: So richtig viel habe ich
an besagtem Tag nicht zu tun, also surfe ich ein Wenig, lese ein
Weilchen Infos über Web-Promotion und Internet-Marketing und schreibe
ein paar mails.
Zurück zum Appartement teile ich mir die Rikasha mit Mitchi. Mo,
Mi und Fr findet hier eine Yoga Stunde statt. Wir kommen allerdings
erst sehr spät an, daher gehe ich gleich zu dem anderen Trainee
Haus, wo die Yoga Stunde stattfindet. Habe beschlossen jetzt ein
wenig regelmässiger daran teilzunehmen. Die Yoga Geschichte daürt
bis 21.00. Die anderen bestellen noch was zu essen, ich verschwinde
allerdings nach Hause. In meiner Wohnung sitzen Karina und Caro
rum. Also noch Fix ein Weilchen gequatscht, eine Stunde gelesen
und der Tag ist rum.
Jetzt liegt nur noch das übliche Schlafproblem vor mir. Die Wohnung
ist ziemlch heiss und wenn man die Türen aufläest, fressen einen
die Mosquitos auf...
...ist nicht so wirklich spannend, aber ich denke so sieht ein
normaler Tag hier aus!
Christian:-)
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