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Auch der Himalaya ist nicht weit ....
Hi,
Um einein Eindruck von der Landschaft und den Bergen zu vermitteln
mixe ich jetzt einfach mal meine beiden letzten Wochenenden. Vorletztes
Wochenende sind wir mit 18 Leuten zum Raften auf dem Ganges aufgebrochen.
Gegen fünf Uhr morgens haben wir Delhi in unserem eigenen kleinen
Bus verlassen. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Wochenendentrips
sind wir also tagsüber per Bus gereist, nicht wie bisher nachts
per Zug. Demzufolge waren auch die Eindrücke recht unterschiedlich.
Wenige Kilometer hinter Delhi beginnt auch schon das ländliche
Leben. Auf den Strassen bewegen sich die seltsamsten Vehicel: Ochsenkarren;
Trekker mit Anhängern, die so voll gepackt sind, dass der Bus
kaum daran vorbeikommt, dann oder wann ein Kleinwagen… Der Blick
aus dem Fenster bietet doch ein sehr fremdes Bild. Egal wie unbewohnt
und verlassen die Gegend aussehen mag, man sieht überall vereinzelt
Menschen auf den Feldern. Ganz nebenbei gesagt, es sind zumeist
Fraün, die die schwere Arbeit erledigen. Die Felder sind winzig,
teilweise kaum grösser als 100 Quadratmeter. Dann oder wann
tauchen Tümpel oder kleine Seen auf, in denen Abfall schwimmt,
selbst einen Roller habe ich gesehen, der dort gewaschen wurde.
Entsprechend dreckig ist das Wasser. Dann oder wann sieht man Leute,
die ihre Klamotten selbst in diesen Dreckgewässern waschen.
Leider kümmert sich in diesem Land niemand um Abfallentsorgung
oder die Umwelt im Allgemeinen. Dies ist wohl ein Privileg der Staaten,
die ansonsten keine grösseren Probleme mehr haben. Am Strassenrand
sieht man immer wieder kleine Shops, wenige quadratmeter gross.
Jeder einzelne hat seinen kleinen Pepsi oder Coca Cola Kühlschrank,
ist übersäht mit Werbung für besagte Firmen und macht
einen eher schäbigen Eindruck. Nachdem ich eine Weile eingenickt
war, ist das Bild ein wenig verändert. Die Gewässer sind
nicht mehr ganz so dreckig, dafür verschandeln Unmengen von
kleinen Ziegelbrennereien die Bereiche in der Nähe der Strasse.
Die Schornsteine russen erheblich und am Strassenrand liegt schwarze
Schlacke rum. Auch hier sieht man nicht nur Männer, sondern auch
einen grossen Teil Fraün Steine schleppen. Einige Stunden später
wandelt sich das Bild doch erheblich. Wie nähern uns den Bergen.
Der Rafting Trip in Rishikesh ist allerdings nur auf 300m, Demzufolge
ist von grossem Gebirge auch noch nicht viel zu sehen. Die grünen
Hügel/Berge ähneln ein wenig einem deutschen Mittelgebirge.
Gegen 13.00 kommen wir endlich in dem Camp am Ganges an. Weisser
Sandstrand, der Ganges, toller Ausblick, ruhe .... endlich raus
aus Delhi.
... nun gut, hier soll aber auch schon schluss sein mit besagtem
Wochenende. Das nächste hat mir schliesslich erheblich besser
gefallen.
Letzten Freitag habe ich gegen 12.00 Uhr ein Buch in die Firma
geliefert bekomen, dass ich bei einem Online Versand bestellt hatte.
Meine Begeisterung das WE in Delhi zu verbringen hielt sich sehr
in Grenzen und ich hatte sowieso schon überlegt mich auf den
Weg in die Berge zu machen. Im Übrigen bin ich sehr interessiert
an der Fortsetzung der Geschichte aus dem Buch, daher nahm ich dieses
als Auslöser die Hauptstadt dieses lustigen Landes zu verlassen.
Schnell eine mail an die Trainee-Mailing Liste geschrieben, ob mich
jemand begleiten möchte, allerdings war die Resonanz nicht
sonderlich gross. Ich bin also nach Hause gefahren, habe meine Sachen
gepackt und noch kurz in einem anderen Trainee Appartement vorbeigeschaut,
als mich Erika anrief. Die gute Frau hatte sich überlegt doch
noch recht spontan mitzufahren. Respekt, immerhin hat sie es geschafft,
in 15min aus ihrem Bürodress in Reiseklotten zu wechseln, Sachen
zu packen und eine Kleinigkeit zu essen.
Auf dem Weg zum Bahnhof riefen mich zwei weitere Trainees an, dass
sie auch zum Bahnhof kommen würden und mitwollten. Leider haben
wir keine Tickets für den Zug mehr bekommen. Kurzerhand also
auf Alternativ Medium Bus gewechselt (hatte ich schon erwähnt,
dass ich Busfahrten hasse?). In Anbetracht der neunstündigen
Busfahrt haben die anderen beiden allerdigs kapituliert. Muss an
dieser Stelle allerdings gestehen, dass mir die Entscheidung auch
nicht leicht gefallen ist, neun Stunden Bus sind einfach echt unbeqüm.
Kleinigkeiten, wie dass wir dreimal den Bus gewechselt haben und
drei Stunden in Delhi rumgestanden haben erwahne ich einfach mal
gar nicht mehr, sowas ist mittlerweile normal ... ich rege nicht
nicht mal mehr darüber auf :-) Egal, am nächten Morgen
war alles vergessen. Mussourie hiess also die sogenannte Hill-Station.
Gelegen auf ca. 2000m und entdeckt von vermutlich zu Tode gelangweilten
britischen Kolonial-Offizieren vor ca 100 Jahren.
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| Die Natur gibt hier einiges her:
auf dem Weg zu den Kempty Falls |
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Die Serpentinen hinauf boten schon sehr schonene Blicke. Aber oben
angekommen war es einfach unglaublich. Überall schöne,
grosse Häuser und Hotels in den Wäldern auf dem Berg verstreut,
traumhafte Aussicht über die 'Voralpen' des Himalaya. Die Landschaft
ist eben doch anders als in den Alpen, auch wenn Berge im prinzip
ja schon ähnlich aussehen... Der Ort hat ein recht eigenens
Flair. Eine Mischung aus indischen Touristen, tibetanischen Flüchtlingen
und britischer Konlonial Infrastruktur. Westliche Touristen haben
wir dagegen kaum gesehen. Wir haben uns einen kurzen Überblick
über den Ort verschafft und ein Hotelzimmer gesucht. Leider
haben wir uns für die Variante entschieden Frühstück
ausserhalb des Hotels zu geniessen. Auf der Suche nach Cornflakes
sind wir also aus fünf oder sechs Restaurants wieder verschwunden,
da leider niemand damit dienen konnte. Dumm gelaufen! Nach ein wenig
shopping haben wir uns also zu einem kleinen Trek entschlossen.
Der Weg zu den Kempty Falls ist 15km auf der Strasse, aber unser
Hotelier berichtete uns von einer sehr schönen Abkürzung.
Prinzipiell hattenn wir auch verstanden, wie man dort hinkommt ...
naja aber wie das nun mal so ist, haben wir natürlich nicht
auf Anhieb den Weg
gefunden. Vermutlich haben wir mehr als 20mal gefragt, und die
Antworten waren doch sehr verschieden: von Achselzucken oder 'eine
Abkürzung gibt es nicht' über 'das findet ihr nie' hin
zu 'das ist aber ein schwieriger weg, nehmt doch den bus'. Na gut,
aber von diesen kleinen Schwierigkeiten liessen wir uns nicht Abhalten
und haben mit viel Hilfe auch den Weg gefunden. Unterwegs hat uns
ein tibetanisches Mädel mit Hilfe Ihrer Mutter versucht eine
Karte zu malen...allerdings war die ebenso hilfreich wie das allseits
beliebte 'da lang'. Dafür waren sie sehr nett :-) Unterwegs
hatte Erika das dringenden Bedürfnis eine Toilette zu benutzen.
Gut, also kurzerhand über ein Tor geklettert um zu dem Hotel
zu kommen, dass glücklicherweise wenige Minuten später
auftauchte... auf dem Gelände haben wir dann realisiert, dass
es sich um eine Privatschule handelte. Der Security-Mensch war gar
nicht begeistert von unserer Idee, einfach über das Tor zu
klettern und begann von Polizei zu reden.... Naja, wir konnten ihn
dann aber doch überzeugen, dass es nicht unsere primäre
Absicht war das Gebäude in die Luft zu jagen. Also weiter.
Nicht das wir den Rest des Weges ohne mehrfaches Fragen gefunden
hätten, aber schlisslich kamen wir in dem Tal an, durch welches
sich der Bach zu dem Wasserfall schlängelte. Umgeben von vielen
Baümen, bahnte sich der Bach seinen Weg durch das Tal. Das
Wasser war wollkommen klar, Gebirgsbach eben, merkwürdige Bäume
standen in der Nähe herum, überall kleine 'Wasserfälle'
... ist ein wenig schwierig zu beschreiben, aber uns beiden hat
es super gut gefallen. Ich werde
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| Blick ueber die Berge
in Mussourie |
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demnächst mal wieder ein paar Fotos ins Netz stellen. Den
Abend haben wir damit verbracht uns der Herausforderung hinzugeben
in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Auch wenn ich nicht
den Eindruck habe, dass es wirklich streng kontrolliert wird, so
ist es doch verboten in der 'auf der Strasse' Alkohol zu konsumieren.
Zumindest haben wir uns auf einer Bank mit traumhaftem Blick über
das Tal ein wenig Cola-Rum einverleibt und den Abend ausklingen
lassen. Leider habe ich mir am nächsten Morgen einen recht
starken Sonnenbrand auf den Unterarmen geholt, nachdem ich morgens
um elf eine Stunde in der Sonne gelesen habe. Ich meine, wann hat
man schon Sonnenbrand auf den Unterarmen?!? Unglaublich ... nach
diversen Jahren Snowboarden bin ich noch immer nicht in der Lage
Höhensonne richtig einzuschätzen ...verdammt :-)
Den Rest des Tages haben wir noch mit Shoppen, im Bistro sitzen
und wandern verbracht, nicht sonderlich spannend, relaxt eben! Allerdings
bin ich mir doch sehr sicher, dass ich nicht mehr ein einziges Wochenende
in Delhi verbringen werde, wenn es nicht nötig ist. Der Schock
nach Delhi zu kommen war am nächsten morgen auch entsprechend
gross. Plötzlich fällt einem der Dreck, die Hitze, die
Mosquitos, die Tiere auf den Strassen, die Huperei, einfach der
ganze Lärm doch wieder viel extremer auf...
In diesem Sinne,
Christian:-)
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